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Mittwoch, 2. Oktober 2013

Ruiniert

Plötzlich kracht es und sie ist weg. Wer? Meine Seitenscheibe vom Auto hat sich ohne Vorwarnung von mir verabschiedet. So ein Mist, denn offen Fahren ist nur im Sommer schön und absolut parkuntauglich (sozusagen eine Einladung in mein Auto einzubrechen). Also gleich die nächste Autowerkstatt angefahren und nach Hilfe gefragt. Das Ersatzteil muss bestellt werden und dauert zwei Tage. Und wie sollen mein Auto und ich zwei Tage mit offenen Fenster überstehen (ich mit Genickstarre und mein Auto ohne Radio)?

Aber der freundliche Mann vom Autohaus weiß Rat. Mühsam holt er die Scheibe aus der Fahrertür und schiebt sie hoch. Sichert sie mit einem Keil, damit sie an Ort und Stelle bleibt. Und damit sich die Reparatur gleich lohnt, fällt dem Autohaus noch auf, das wieder TÜV und ASU fällig sind. Meine Freude hält sich in Grenzen (könnte für schönere Dinge Geld ausgeben), aber was sein muss, muss eben gemacht werden.


Auf dem verlassenen Gelände eines alten Bausteinwerks habe ich noch schnell die Gelegenheit genutzt, um ein paar Bilder zu machen. Das Unternehmen gibt es schon seit langem nicht mehr und die Hallen befinden sich im Abriss. Bereits während meines Besuchs waren Arbeiter mit ihren Baggern unterwegs und haben Abseits einige Hallen abgerissen.


Von "Solide und Schön" kann hier keine Rede mehr sein. Und wenn man vor allem auf Details achtet, findet man in jeder Baustelle ein paar interessante Ecken. Hier gilt zu jeder Zeit Augen auf, sonst findet man sich unfreiwillig ein Stockwerk tiefer. 


Elektronik ist nicht unbedingt mein Ding. Aber hier sieht selbst der Leihe, das man nichts mehr retten kann. Ohne Strom funktioniert auch kein Kran und keine andere Elektrik.


Leider ist von der Inneneinrichtung des Bausteinwerks nicht viel übrig geblieben. Ein paar alte Spinde und rostige Regale sind die letzten Einrichtungsgegenstände in diesem Gebäude. Meine Recherchen im Internet haben ergeben, das hier mal 40 Mitarbeiter gearbeitet haben.


Besonders interessant ist diese Gebäude durch die vielen Rundbögen. Sie bringen viel Licht in die Hallen und bieten eine außergewöhnliche Optik. Und auch wenn mittlerweile die Scheiben fehlen und der kalte Wind durch die Halle pfeift, war es mal wieder ein Abenteuer durch einen Lost Place zu streifen.


Jetzt hoffe ich nur noch das die Rechnung für das defekte Seitenfenster im Rahmen bleibt und mein Auto ohne Ärger TÜV und ASU bekommt. Wann hattest Du das letzte Mal Ärger mit Deinem Auto?

Wünsche Dir einen erholsamen Feiertag und alles Liebe

Babsi




Dienstag, 10. September 2013

Lost in Translation

Etwas Verbotenes zu tun, ist aufregend. Etwas Verfallenes zu erkunden, ist spannend. So habe ich das Internet mal wieder lange durchstöbert und einen neuen Lost Place ausfindig gemacht. Allerdings muss ich gestehen, das dieser für kleines Geld und jeden Entdecker frei zugänglich ist. Wenn ich Dich jetzt neugierig gemacht habe, dann folge mir.


Der Industriepark existiert seit 1902 und war 100 Jahre in Betrieb. Die historischen Bauten und Anlagen wurden für die Basaltverarbeitung genutzt. Heute kann man sie auf eigene Gefahr betreten. Man sollte aber tatsächlich sehr vorsichtig sein.


Und als wäre das Leben plötzlich stehen geblieben, findet man hier noch alte Werkstätten mit Schrauben, Muttern und anderen Werkzeugen zur Reparatur.


Teilweise haben die Gebäude etwas von einer Ritterburg. Sie wirken düster und geheimnisvoll. 


Und immer wieder hat man die Möglichkeit durch zerbrochene oder vernagelte Fenster zu schauen und Details zu entdecken.


Im Inneren der Industriegebäude erkennt man die Förderbänder für den Basaltabbau. Der Rost hat hier überall die Oberhand und färbt alles in wunderschöne Rottöne.


Alte Schalttafeln, Ampeln und Transmissionsscheiben findet man überall. Und auch an Ihnen hat die Zeit ihre Spuren eindrucksvoll hinterlassen.


Im Brechergebäude wurde der Basalt von Groß in Klein gebrochen und über die Fördertechnik weitergeleitet. Vor 100 Jahren war das definitiv ein Knochenjob, nichts für mich.


Bei dem gezeigten Industriepark handelt es sich um den Stöffelpark. Die meisten Bereiche sind frei zugänglich und können besichtigt werden. Dazu kann man sich noch weitere Highlights, wie einen sehr schön angelegten Garten, ein kleines Museum und den Abbau von Ölschiefer ansehen. 

Liebe Grüße
Babsi

Sonntag, 18. August 2013

Es war einmal

500, 1000, nein 1500 Mitarbeiter arbeiteten einst auf diesem Industriegelände. Ein namhaftes Unternehmen mit Innovationen und Visionen. Und heute, es ist nicht mehr viel übrig geblieben. Ein verlassenes Gelände, leere Industriehallen und marode Maschinen. Aber der Charme der Gebäude ist erhalten geblieben. An jeder Ecke gibt es was zu entdecken. Man spinnst durch Fenster oder zerbrochenes Glas, bewundert die Architektur und die rostenden Stahlträger.


Das Innere zeigt wie marode die Gebäude tatsächlich sind. Was wurde wohl in dieser Halle gearbeitet? Die Stahlträger sind für die Ewigkeit, aber das Holzdach hat definitiv ein Verfallsdatum.


Und überall nagt der Zahn der Zeit. Die Natur holt sich Stück für Stück alles zurück. Moos, Schimmel, Rost und blätternde Farbe zieren die Wände. Von Außen hat die Natur die Oberhand, innen dominiert die gähnende Leere.


Ist hier die Zeit im Jahr 1995 stehen geblieben? Vielleicht, den 18 Jahre später hängt der Kalender immer noch an der Wand. Viel ist hier aus diesem Jahr nicht übrig geblieben. Was noch erhalten war, wurde zu Geld gemacht. Und was wertlos war, ist heute nur noch Schrott.


Und überall auf dem Gelände findet man so seltsame Rohre. Vermute mal, das hier Gas oder Wasser durchgeflossen ist. Nur wofür die Raketen (diese seltsam geformten Rohre) waren, kann ich leider nicht beantworten. Und davon gibt es hier eine Menge.


Roter Backstein hat seinen Charme, auch wenn die Fassade langsam bröckelt. Und was dahinter zum Vorschein kommt ist nicht weniger interessant.


Und was ist das für ein blaues Ungetüm? Ein blauer Kasten mit Schießscharten und seltsamen Streben auf Stehlen. Sieht aber sehr interessant aus.


Hat Dir der Einblick in die Vergangenheit gefallen? Ich fand es spannend diesen Ort zu erkunden und viele kleine Dinge zu entdecken. Mal sehen, wann diese Hallen dem Bagger zum Opfer fallen.

Liebe Grüße
Babsi